JSV Baesweiler - SC Setterich 2:2 (0:2)

Dass ich am Nationalfeiertag 2007 nichts besseres zu tun hatte, als mal wieder bei den kickenden Herren vorbeizuschauen, lag vor allem an der Schiedsrichteransetzung: Nina Bergstein hatte ich zuvor als Schiedsrichter-Assistentin in der Frauen-Bundesliga kennengelernt. Doch die Partie in der Bezirksliga, Staffel 4, des FVM-Spielbetriebs versprach auch durchaus sportliche Attraktivität, wie Blicke auf die Tabelle und die Landkarte verrieten: zum einen lagen beide Teams im Ligamittelfeld knapp hintereinander, auch geographisch war mit dem Lokalderby für Brisanz gesorgt.
Vor einer absolut derbywürdigen Kulisse von geschätzten 200 Zuschauern im etwas rustikalen Stadion begannen beide Teams eher verhalten. Die Partie spielte sich vor allem im Mittelfeld ab, es gab wenig Torchancen und auch die Zahl desr nenneswerten Fouls hielt sich eher in Grenzen. Die erste Großchance hatte dann Baesweiler in der 28. Minute, doch nach einem Freistoß von rechts wollte der Ball nicht im Tornetz verschwinden. Setterich machte es acht Minuten später besser, hatte allerdings auch freundliche Mithilfe des Gegners zu verzeichnen. Nach einer Ecke von rechts stand ein Spieler der Gäste völlig frei vor dem Tor und traf überraschend zum 0:1. Auch beim zweiten Gegentor in der 43. Minute sah die Baesweiler Abwehr nicht gut aus. Der Frust saß tief, so musste man sich dann wohl auch eine kleine Rangelei kurz vor der Pause erklären, die jedoch folgenlos blieb. Alles andere als folgenlos war dann aber die letzte Aktion der Halbzeit. Quasi im Vorbeigehen trat ein Settericher Spieler seinem Gegenspieler fenab des Balls ins Bein und hatte so die Ehre, als erster Spieler seiner Mannschaft in die Kabine verschwinden zu dürfen - da dieses Privileg allerdings mit einer roten Karte teuer erkauft wurde, keimten mit dem Platzverweis auch wieder die Baesweiler Hoffnungen nach einer unglücklichen ersten Halbzeit auf.
Im zweiten Abschnitt übernahmen dann die Hausherren deutlich die Kontrolle. Gleich in den ersten fünf Minuten gab es zwei gute Chancen für den JSV, doch einmal strich der Ball am Tor vorbei, einmal traf er nur das Aluminium. In der 57. Minute landete das Runde dann aber im Eckigen - Erinnerungen an das erste Tor der Gäste wurden wach, denn erneut trudelte der Ball aus dem Gewühl nach einer Ecke in die Maschen. Als dann genau zehn Minuten später der Settericher Torwart einen Freistoß genau auf einen gegnerischen Spieler faustete, reagierte dieser von der Strafraumgrenze goldrichtig und köpfte den Ball aus der weiten Distanz genau ins Tor. Auch wenn auch in Folge Baesweiler feldüberlegen schien, wollte ein dritter Treffer der Gastgeber nicht fallen - am Ende gab es sogar auch noch Gelegenheiten für einen Sieg der Gäste. Leider wurde auch der zweite Abschnitt mit einer Unsportlichkeit beendet. Nachdem ein bereits verwarnter Spieler der Gäste versuchte, einen Einwurf abzublocken, spielte auch Baesweiler die Schlussphase mit neun Feldspielern.
Unter dem Strich hatten beide Teams zwei Punkte verloren: Baesweiler hatte in der ersten Halbzeit durch individuelle Fehler einen deutlichen Rückstand eingefangen, Setterich konnte in der zweiten Halbzeit die Führung nicht retten. Und die Person, mit der dieser Bericht begann? Zu Nina Bergstein kann man nur einen Zuschauer in den Gängen des Stadions zitieren: "Sie waren das Beste auf dem Platz" - die Dame auf dem Feld zeigte bis auf kleinste Schwächen an den Enden der Halbzeiten eine hervorrangende Leistung und hatte mit ihrem Team die Partie sicher im Griff.