FFC Brauweiler/Pulheim - SG Essen/Schönebeck 1:4 (1:3)

Eine neue Liga ist wie ein neues Leben - und am 14. August 2005 war es für die Brauweilerinnen soweit: Rückkehr in die Bundesliga. Allerdings war mit dem Aufstieg auch der alt-ehrwürdige Abteisportpark an der Donatusstraße passé: aus manchen nachvollziehbaren und wenig nachvollziehbaren Gründen war der heilige Acker des FFC für Bundesliga-untauglich erklärt worden, der Zwangs-Abstieg wurde mit einem Umzug in den Pulheimer Sportpark abgewendet worden.
Im ersten Spiel der Saison fand mit der SG Essen/Schönebeck ein vermeidlich direkter Konkurrent im Abstiegskampf den Weg in den Rhein-Erft-Kreis. Die Partie begann mit ersten kleinen Möglichkeiten recht munter. In der 9. Minute wurde dann das erste Geschenk an die Essener verteilt: einen Abwehrschnitzer nutzte Jennifer Balkenhohl und erzielte das 0:1. Die Partie war nun deutlich zerfahrener, umso überraschender war der Ausgleichstreffer in der 18. Minute, als Susanne Kasperczyk aus unübersichtlicher Lage im Strafraum nach einem Fuss-Freistoß den Ball ins gegnerische Tor beförderte. Zwar nahm die Partie nun wieder deutlich an Fahrt auf, doch in der 30. Minute sah die Gastgeber-Abwehr wiederum absolut überfordert aus. Die Situation schien bereits geklärt, doch die Brauweilerinnen schafften es einfach nicht, den Ball aus dem eigenen Strafraum zu kriegen. Diesen konnten sie dann unter dem Jubel der Essenerinnen in Ruhe in die Hand nehmen und zum Mittelpunkt tragen, denn Melanie Hoffmann nutzte die Unordnung und brachte Essen wieder in Führung. Der dritte Treffer der Gäste drei Minuten vor Schluß schien zudem noch ein weiterer schmerzhafter Stachel zu sein, zumal Brauweiler gerade wieder nach einem ersten Schock besser ins Spiel gekommen war: Stephanie Weichelt schloß in der 42. Minute einen Konter mustergültig ab und stellte damit den hohen, aber keineswegs unverdienten 1:3-Halbzeitstand her.
In der zweiten Halbzeit in der immer wieder verregneten Partie waren deutlich weniger Torszenen zu verzeichnen, vielmehr spielte sich ein großer Teil des Spiels zwischen den Strafräumen ab. Brauweiler war zwar bemüht, aber offensiv einfach zu harmlos, Essen tat das, was nötig war, um die Führung zu halten - und das war zur Schande der Gastgeber an diesem Tage nicht einmal allzu viel. Die größte Chance, die Partie wieder offener zu gestalten, hatten die Brauweilerinnen in der 70. Minute: Der Ball lag bereits nach einem Foul der Essenerinnen an der Strafraumgrenze zum Freistoß, bis so langsam durchsickerte, dass die in manchen Situationen kritikwürdige Schiedsrichterin wohl zum Strafstoß gepfiffen hatte. Die üblichen Proteste waren gerade verhallt, da verschoß Brauweilers Torjägerin Marianna Ciorba den Elfmeter recht kläglich. Viel passierte dann nicht mehr auf dem Feld, die Gastgeberinnen schienen nun auch begriffen zu haben, dass es Tage wie diesen gibt, an denen einfach alles schief läft. Das 1:4 in der 80. Minute durch Charline Hartmann darf natürlich dabei nicht unerwähnt bleiben.
Essen nimmt drei sehr wichtige und hochverdiente Punkte aus dem Rheinland mit. Brauweiler wurden schmerzlich die Unterschiede zwischen der zweiten und ersten Bundesliga aufgezeigt - aus Sicht der Rheinländerinnen kann man nur hoffen, dass dieser frühe Dämpfer zur richtigen Zeit kam.

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