FFC Brauweiler/Pulheim - FFC Frankfurt 0:5 (0:2)

Lang, lang ists her: nach Umzugs- und Kamerareparaturpause ging es endlich wieder auf die Sportplätze des Landes. Genau genommen führte mich der Weg wieder einmal nach Pulheim, um "meine" Brauweilerinnen in einem weiteren Heimspiel begutachten zu können. Der Partie gegen den amtierenden Meister Frankfurt (Zitat eines Zuschauers bei der Vorstellung der Spielerinnen: "Spielt da die gesamte deutsche Nationalmannschaft?") muss man wohl leider jeden sportlichen Wert absprechen - aus Sicht der Gastgeberinnen musste es darum gehen, sich achtbar aus der Affäre zu ziehen und eine auch durchaus mögliche zweistellige Niederlage abzuwenden.
Die Partie schien wie erwartet zu beginnen: die Partie spielte sich im Wesentlichen in der Hälfte der Rheinländerinnen ab, eine beherzte Abwehrleistung und Schwächen im Frankfurter Aufbau war es aber zu zuzuschreiben, dass sich in der ersten Hälfte der ersten Halbzeit bis auf eine schöne Fussabwehr der starken Brauweiler Torfrau und einem schwachen Kopfball der freistehenden Renate Lingor keine Gästechancen verbuchen ließen. Dies gab den Brauweilerinnen natürlich Selbstvertrauen, zumal die Frankfurter Torfrau von jedem Ballkontakt offenbar so &umml;berrascht war, dass sie sich selber immer wieder in Gefahr brachte. In der 24. Minute folgte dann der erste Kracher: Pfostenschuß. Doch nicht etwa der Deutsche Meister, sondern der Aufsteiger aus Pulheim hatte den Ball ans Torgehäse befördert. Schade, der Partie hätte dieses Tor sicherlich eine interessante Wende verpassen können. So konnte Wunderlich drei Minuten später eine unübersichtliche Strafraumsituation zur Frankfurter Führung nutzen. Dass sich allerdings keine Frankfurter Spielerin nennenswert über diesen Treffer freute, muss in diesem Bericht als Beispiel für das Auftreten der Gäste erwähnt werden. Ein Anhänger der Hessen wird das Verhalten seines Teams sicherlich als "selbstsicher" bezeichnen, neutralen Zuschauern müssen sich allerdings auch die Attribute "arrogant", "respektlos" und damit "unsportlich" aufdrängen. Brauweiler steckte aber in keinster Weise auf, spielte weiter engagiert. Lediglich nach einem Pfostenschu&stzlig; von Birgit Prinz und dem darauf folgenden Abrpraller musste die Brauweiler Torfrau den Ball im ersten Abschnitt ein weiteres Mal aus dem Netz holen.
Auch im zweiten Abschnitt beeindruckten die grün-weißen Gastgeberinnen mit großem Kampfgeist. Lediglich drei weitere Tore ließ die Abwehr zu, darunter muss vor allem ein wunderbarer Elfmeter von Birgit Prinz in der 85. Minute genannt werden - auch in höherklassigen Herrenspielen hätte man hier Respekt zollen müssen.
Letztendlich bestätigte die Partie mal wieder, dass im Frauenfussball, wo selbst im Viertelfinale des UEFA-Pokals zweistellige Ergebnisse auftreten, manche Sieger schon vor dem Spiel feststehen. Die Brauweilerinnen wurden aber absolut zu Recht für ihre tolle Einstellung mit lautem Applaus am Spielende belohnt. Moralisch waren sie vielleicht sogar der kleine Sieger an einem schönen Fussball-Nachmittag.