FFC Brauweiler/Pulheim - SC Bad Neuenahr 0:2 (0:0)

14. Mai 2005 - während der "normale Mensch" an diesem Sonntag der Mutter huldigt, machte ich mich zum Rheinland-Derby in der Frauenfussball-Bundesliga auf. Nachdem Brauweiler keine Punkte gegen Mannschaften aus "der gleichen Preisklasse" holen konnte, ging das große Rechnen in Pulheim wieder los. Doch noch Abstiegsgefahr? Dieses Gespenst galt es gegen Neuenahr zu vertreieben - einen Remis würde dem FFC sicherlich schon eine deutlich entspanntere Ausgangslage bescheren.
Nach verhaltenem Start hatten die Gastgeberinnen die erste Chance des Spiels, doch nach schönem Pass von Louisa Bisby auf Sonja Fuss konnte diese nicht mehr auf Lena Fehrenbach passen. Brauweiler spielte sehr engagiert, Neuenahr war zwar feldüberlegen, fand aber keinen Weg durch eine recht sicher scheinende Brauweiler Abwehr. Gerade zu Beginn war das Spiel zudem sehr hektisch, hier hatte sicherlich auch die überforderte Schiedsrichterin einen gewissen Anteil, die äußeren Umstände machten es Daniela Schneider und ihrem Team es auch nicht leichter: auf dem Platz gab es laufend Gezeter, wobei sich Neuenahr-Trainer Didi Schacht immer wieder durch besondere Unsportlichkeiten in der Coaching-Zone hervortat. Diese Nervosität übertrug er auch scheinbar auf seine Spielerinnen, die vor der Pause noch zwei gelbe Karten wegen Meckerns kassierten. Brauweiler hatte wegen zwei guter Chancen von Neuenahr zum Ende der Halbzeit zwar noch etwas Glück, das Remis in die Pause bringen, letztlich war das 0:0 aber vollkommen verdient.
Nachdem nach einem Gorges-Freistoß in der 48. Minute die zweite Halbzeit mit einer Chance für die Brauweilerinnen begann, musste in Folge Britta Trescher im Tor der grün-weißen mehrfach ihr Können beweisen. In der 70. Minute war sie dann aber machtlos: mit einem schnellen Angriff spielte sich Lydia Neumann frei und schoss den Ball aus 16 Metern unhaltbar ins Netz. Drei Minuten danach waren dann wieder die Unsportlichkeiten im Fokus der Partie. Erst schubste Celia Okoyino da Mbabi nach einem Foul ihre Gegenspielerin und flog folgerichtig mit gelb-roter Karte vom Platz. Nun tickte der Gäste-Trainer vollends aus und durfte sich - man entschuldige dieses persönlichen Kommentar - endlich und viel zu spät in den Zuschauerraum begeben. Scheinbar ist es den Schiedsrichtern im Fussball nicht möglich, solches Verhalten mit einem kompletten Stadionverweis zu ahnden - fortan tobte Schacht wie Rumpelstilzchen eben auf den Zuschauerrängen, Sprüche wie "Hoffentlich steigst Du mit Deinem Haufen noch ab" (Schacht zu Willi Küpper) waren dabei eher übliches Kaliber. Achja, Sport gab es auch noch: Brauweiler kämpfte aufopferungsvoll, aber war letztlich offensiv zu schwach. Auf der anderen Seite konnte Isabell Bachor dann in der 89. Minute einen Fehler von Trescher nutzen: der Brauweiler Goalie ließ einen Freistoß abprallen, Bachor konnte mit dem 2:0 ins leere Tor die Entscheidung herbeiführen.
Wieder einmal verschwendete Brauweiler vorne zu viele Chancen, machte zu wenig in der Offensive und war auf der anderen Seite defensiv trotz einer engagierten Leistung der Defensive in einzelnen Situationen zu anfällig. Im gesamten Bundesliga-Jahr 2006 wartet man nun schon auf ein Spiel ohne Gegentor - frühestens beim nächsten Auswärtsspiel gegen Bayern München kann dieses "Wunder" gelingen. Neuenahr gewann nicht unverdient, ohne zu glänzen, da man eben diese Attribute, die der Gastgeber vermissen ließ, in den entscheidenden Situationen einer unterhaltsamen Partie unter Beweis stellte.