FCR Duisburg - SG Essen/Schönebeck 4:0 (0:0)

Gerade eine Aktuarsklausur hinter sich gebracht, ging es auch schon los mit Frauenfussball-Pur: ich hatte mir in den Kopf gesetzt, fünf Frauenfussballspiele (dreimal Bundesliga, einmal Kreisliga, ein Länderspiel) in acht Tagen - garniert von einem Spiel der Herren-Regionalliga in die Event-Liste von Sport-live.net einzufügen. Diese Serie begann mit dem "Straßenbahn-Duell" Duisburg-Schönebeck. Die Gastgeber empfangen im PCC-Stadion die recht starken Schönebeckerinnen, die ihrerseits eine durchaus überzeugende Saison bis dato abgeliefert hatten. Trotzdem durfte der UEFA-Cup-Aspirant sich gegen die SG an sich keine Blöße geben.
Strahlender Sonnenschein lag über Duisburg-Homberg, als die Partie angepfiffen wurde. Allzu strahlend begann die Partie allerdings nicht - beide Mannschaften neutralisierten sich erfolgreich, mit Ansätzen von Torchancen konnte die mittelfeldbetonte Partie zunächst selten dienen. Essen begann leicht feldüberlegen, Duisburg begann allerdings gegen Mitte des ersten Abschnitts, vorsichtig den Druck zu erhöhen. Duisburg hatte zwar letztlich in der ersten Hälfte mehr Torchancen, die Gäste waren hier aber gefährlicher. Letztlich war der Halbzeitstand von 0:0 allerings vollkommen leistungsgerecht - ein wirklich begeisterndes Spiel konnten die Zuschauer nicht erleben.
Nach der Pause erhöhte Duisburg den Druck und versuchte, den Willen der beeindruckend kämpfenden Schönebeckerinnen zu brechen. In der 50. Minute war es dann bezeichnenderweise ein Konter, den Shelley Thompson zum 1:0 nutzen konnte. Essen hätte gleich im Gegenangriff ausgleichen müssen, doch aus völlig freistehender Position vergaben die Gäste einen Kopfball aus 7m. Die Partie wurde munterer, im direkten Gegenzug vergab Duisburg eine gute Chance zum 2:0. Essen musste nun riskieren - und mit der Einwechslung der Stürmerin Julia Bolle für die gute Verteidigerin Carina Chojnacki ergaben sich letztlich zu viele Lücken in Essens Defensive. Spätestens mit Fatmire Bajmarajs schönem 2:0 in der 65. Minute, bei dem sie sich gegen zwei Abwehrspielerinnen durchsetzte, war der Essener Wille gebrochen, Bajmaraj ließ kurzum auch den dritten Treffer folgen. Nun verflachte die Partie wieder zusehens - Duisburg verwaltete das Ergebnis, Essen schien einfach zu erschöpft, um die Partie noch knapper gestalten zu können. Die eingewechselte Inka Grings durfte in der 81. Minute letztlich noch den Essenern den vierten Treffern einschenken.
Duisburg gewann im Stile einer großen Mannschaft: souverän, immer etwas glanzlos und in den entscheidenden Situationen mit dem entsprechenden Quentchen Glück ausgestattet. Für Essen stand letztlich eine in der Höhe unverdiente Niederlage zu Buche.